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Photovoltaik Modulpreise - aktuelle Trends im Überblick

Photovoltaik Module stellen die Hauptkomponente von Photovoltaikanlagen dar. In den letzten Jahren sind die Photovoltaik Modulpreise stark gesunken, wobei sie seit kurzer Zeit scheinbar ihre Mindestgrenze erreicht haben. Warum das so ist und wie sich die Preise zukünftig entwickeln könnten, lesen Sie hier auf Solaranlage.de.

Entwicklung der Photovoltaik Modulpreise in den letzten Jahren

Während im Jahr 2006 für schlüsselfertige Solaranlagen noch mit Kosten von durchschnittlich rund 5.000 €/kWp zu rechnen war, liegt der derzeitige Preis bei rund 1.400 €/kWp. Dies liegt unter anderem an den sinkenden Preisen der Solarmodule, die rund 40 % des Anschaffungspreises für eine Anlage ausmachen. Ständige technische Weiterentwicklung, die mit jeder Generation von Solarmodulen höhere Erträge ermöglicht, aber auch der stetig wachsende Konkurrenzdruck veranlassten Unternehmen, die Preise zu senken. Allein 2009 bis 2010 lag der Preisverfall bei 21%.

Quelle: Jonas Glaubitz | Fotolia.com

Quelle: Jonas Glaubitz | Fotolia.com

Vor allem die billige Herstellung von Solarzellen in China, Südostasien, Indien und Taiwan führte in Europa zu sogenannten Dumping-Preisen bei importierten Modulen. Marktführende deutsche Hersteller waren dazu gezwungen, die Preise ihrer Solarmodule zu senken und gingen daraufhin in Insolvenz.

So reagierte die EU-Kommission Ende 2013 mit Restriktionen beim Import von Solarmodulen aus China: Es wurden eine jährliche Importmenge von maximal 7 GW sowie ein Mindestimportpreis festgelegt. Letzterer wird vierteljährlich an die aktuellen Marktentwicklungen angepasst und beträgt derzeit 0,56 €/kWp. Für die übrigen Länder gibt es keine Restriktionen. Die Photovoltaik Modulpreise der einzelnen Hersteller-Länder haben sich seitdem weitgehend angeglichen und sind stabil geblieben. Allerdings wird kritisiert, dass die Einführung der Mindestpreisregelung zur Folge hat, dass Europa nicht von der weltweiten Kostendegression bei Solarmodulen profitieren kann. Somit wird auch der Ausbau von Stromerzeugung aus Sonnenkraft weitgehend gebremst bzw. verlangsamt.

Module kaufen: Welcher Modultyp?

Wie viel Solarmodule kosten, hängt unter anderem von ihrer Beschaffenheit ab. So kann man grundlegend zwischen kristallinen Modulen und Dünnschichtmodulen unterscheiden.

polykristallines Solarmodul

Polykristallines Solarmodul Ⓒ claer | Fotolia.com

Für die Herstellung von kristallinen Solarzellen wird vor allem mono- und polykristallines Silizium verwendet. Solarzellen aus monokristallinem Silizium sind in der Herstellung aufwendig und dementsprechend vergleichsweise teuer (Großkundenpreis derzeit ca. 0,60 €/kWp), weisen aber einen sehr hohen Wirkungsgrad von rund 20% auf. Solarzellen aus polykristallinem Silizium lassen sich kostengünstiger herstellen, haben aber mit ca. 16 % einen geringeren Wirkungsgrad.

Neben diesen sogenannten Dickschichtmodulen aus kristallinem Silizium sind auch Dünnschichtmodule aus amorphem Silizium auf dem Markt. Diese haben den Vorteil, dass sie biegbar sind und kostengünstig hergestellt werden können. Der durchschnittliche Wirkungsgrad beträgt jedoch lediglich 10-12%.

ACHTUNG:

Da die Kosten von Dünnschichtmodulen seit 2013 jene von kristallinen Modulen übersteigen, wurde ihre Produktion drastisch reduziert. Wer heutzutage eine Solaranlage kauft, erwirbt diese in der Regel mit kristallinen Modulen.

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Aktueller Stand & zukünftige Entwicklung der Modulpreise

Wie haben sich die Photovoltaik Modulpreise in den letzten Jahren entwickelt? Wie in der Grafik sichtbar, sind die Preise in Deutschland seit 2013 um rund 20 % gefallen. 2012 gab es noch einen Preisunterschied von rund 30 % zwischen chinesischen und europäischen Modulen. 2014 ist dieser auf rund 10 % gefallen und hat sich seitdem kaum verändert.

Quelle: Solaranlage.de | pvxchange.com

Quelle: Solaranlage.de | pvxchange.com

ACHTUNG:

Die angegebenen Preise beziehen sich auf Großhandelspreise. Für eine schlüsselfertige Solaranlage müssen Sie den Wert mit 2 – 3 multiplizieren sowie die Umsatzsteuer hinzurechnen!

Wie sich die Preise von Solarmodulen in Deutschland zukünftig entwickeln werden, hängt vor allem von der Entscheidung der EU-Kommission über die zukünftigen Mindestimportpreise ab. Werden diese aufgehoben, so wäre ein Preisabfall von weiteren 22 % möglich. Dies wurde in der aktuellen Studie “The price of Solar – Benchmarking PV module manufacturing cost” von IHS im Auftrag der Solar Alliance for Europe (SAFE) festgestellt. Demnach können chinesische Hersteller weitaus günstiger als die japanischen und europäischen Firmen produzieren, weil sie einerseits Subventionen erhalten. Andererseits sind folgende Faktoren für ihre Produktionszahlen entscheidend:

  • Skaleneffekt: Die Fabriksgröße beträgt in China durchschnittlich 1.430 MW, in Europa und Japan hingegen nur 355 MW. Damit erreichen chinesische Hersteller ein viermal so großes Produktionsvolumen und profitieren so von einem größeren Kostenvorteil.
  • Lokale, niedrigpreisige Lieferanten: Chinesische Firmen suchen sich Lieferanten von kostengünstigen Materialien und können so bei den Materialkosten sparen.
  • Standardisierung: Chinesische Hersteller haben sich auf die Produktion von multikristallinen Modulen mit 60 Zellen fokussiert. In Europa und Japan ist die Produktvarietät größer, was die Standardisierung weniger einfach macht.

Dass chinesische Module also zu Dumpingpreisen gehandelt werden, kann laut der Studie nicht belegt werden. Vielmehr sind es die oben erwähnten Faktoren, die chinesische Hersteller so wettbewerbsfähig macht. Ist die Importbeschränkung also gerechtfertig? In jedem Fall geht man davon aus, dass der europäische Solarmarkt ohne die aktuellen Handelsbeschränkungen wieder wachsen könnte. Weitere Ergebnisse der Studie finden Sie hier.

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